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Väter zwischen Beruf und Familie

Väter zwischen Beruf und Familie

Viele Familienväter sind in der Zwickmühle. Einerseits müssen sie dafür sorgen, dass die Familie finanziell abgesichert ist, andererseits sollen aber auch die Kinderbetreuung und die Zeit mit dem Nachwuchs nicht zu kurz kommen.

Beruf und Familie optimal zu kombinieren ist für viele Väter eine Herausforderung. Doppelt schwer haben es jene, die vom Arbeitgeber nicht die notwendige Unterstützung erhalten. Wie im Fall von Luis S., den die Arbeiterkammer beschreibt.

Kündigung nach Pflegefreistellung und Wunsch nach Papamonat

Als seine schwangere Frau zu einer Untersuchung musste, bat Luis S. seinen Chef darum, in dieser Zeit sein Recht auf Pflegefreistellung in Anspruch nehmen zu können, damit er auf seine drei Kinder aufpassen könne. Das und der Wunsch nach einem Papamonat – ebenfalls ein Recht, das der Arbeiter nur in Anspruch nehmen wollte, weil er seinen Urlaub bereits zwangsweise während des Betriebsurlaubs verbraucht hatte – nahm der Chef äußerst mürrisch auf. Wenig später kam die Kündigung.

Vor Gericht versuchte der Chef die Familienfreundlichkeit seines Unternehmens zu beweisen, dafür sollte eine Mitarbeiterin mit Kleinkind Zeugin sein. Das ging aber nach hinten los: die Mitarbeiterin berichtete, dass der Chef sie großzügiger Weise ihr krankes Kind mit ins Büro nehmen lasse – anstatt dass sie ebenso ihr Recht auf Pflegefreistellung in Anspruch nehmen konnte. Von Familienfreundlichkeit also keine Spur. Auf diesen Vorhalt meinte der Chef, dass es „schon so ist, dass ich Dienstnehmer einstelle, damit sie für mich arbeiten“ und der Betrieb sei ja keine „Sozialstation“.

Das Erstgericht attestierte dem Chef ein veraltetes, patriarchales Weltbild. Dass Luis S. sich als Mann nicht nur finanziell, sondern auch emotional um seine Familie kümmerte, und daher nicht dauernd frei verfügbar war, dürfte den Chef besonders gestört haben. Das Gericht erster sowie zweiter Instanz stellten daher fest, dass der Chef Luis S. aufgrund seines Familienstandes und seines Geschlechts diskriminiert und daher zu Unrecht gekündigt hatte. Der Chef muss daher Luis S. den Einkommensverlust bis zum Antritt eines neuen Jobs zahlen, sowie einen Schadenersatz für die persönliche Beeinträchtigung – insgesamt rund 7.000 Euro.

Hier gibt es nähere Informationen zum Papamonat.