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Alles Apfel

Alles Apfel

Makellos und perfekt war er, der Apfel mit dem Eva Adam verführt haben soll. Und so ist unser Bild vom Apfel immer noch. Dabei kann ein Apfel so viel mehr als schön sein...

Alte Sorten neu entdeckt

Besonders schmackhaft sind viele alte Apfelsorten, die schon mit ihrem Namen überraschen.

Kronprinz Rudolf zum Beispiel ist ein großer Name für einen kleinen Apfel.  Die Sorte ist spritzig, dabei aber süßlich und extrem saftig – der perfekte „Prinz“ für einen herrlichen Apfelstrudel.

Österreicher stehen auf Tradition, das beweist der über 100 Jahre alte Elstar – er ist der Liebling hierzulande.

Den Boskoop kennt man vielleicht noch aus Großmutters Garten. Der säuerliche Küchenapfel wird gerne für Apfelmus und Apfelkuchen verwendet.

Schafsnasen gibt es mehrere, etwa die Rote oder Gelbe. Typische ist ihre kegelförmige Form. Die Schale des klassischen Winterapfels ist dicker, das Fruchtfleisch fest. Ebenfalls perfekt für Apfelmus oder Kompott.

Der Maschanzker kommt in geringen Mengen in Kärnten und in der Steiermark vor. Für viele der allerbeste Apfel, um daraus eine echte kulinarische Rarität, den Maschanzker-Schnaps, zu brennen.

Besonders hübsch anzusehen, grün mit roten Streifen, ist der Gravensteiner. Saftig mit herrlichem Apfelduft wird ihm nachgesagt, die köstlichste Apfelsorte überhaupt zu sein. Er ist aber auch anspruchsvoll, sehr stoßempfindlich und nicht lagerfähig, daher spielt er wirtschaftlich leider keine Rolle mehr.

Der Süße Klapperapfel hat seinen Namen von den Kernen, die bei ihm lose im Gehäuse liegen. Schüttelt man den Apfel und horcht genau hin, dann hört man ein Klappern. Die leuchtend hellgelben Früchte sind extrem süß, saftig und knackig – vor allem für Kinder ein Leckerbissen!

Superfood oder genetische Verarmung

Die Inhaltsstoffe, genauer gesagt die Polyphenole, vieler Apfelsorten sind Geheimtipps für Allergiker. Sie stärken nämlich nachweislich die Abwehrkräfte und beugen chronischen Krankheiten vor. Leider findet man diese Sorten in den Supermarkt-Regalen nicht mehr – die Polyphenole sorgen nämlich dafür, dass sie säuerlicher und herber schmecken, außerdem werden sie schneller braun.

Im Handel setzt man auf Faktoren wie Einheitlichkeit, hohe Erträge, frühe Reife, lange Lagerfähigkeit und lange Stängel, die die Ernte vereinfachen. Fast alle neuen Sorten gehen auf nur fünf Stammsorten zurück. Im Stammbaum fast aller ist der Golden Delcious vertreten. Die Geschmacksvielfalt bleibt dabei leider auf der Strecke.

Garten statt Supermarkt

Rund ein Drittel der Umweltbelastungen geht auf unsere Ernährung zurück. Anbau, Verarbeitung und Transport verbraucht Ressourcen. Vor allem bei Obst kann man diese deutlich reduzieren: Regional und saisonal in Hofläden auf dem Markt oder direkt beim Bauern einkaufen. Außerdem biegen sich auf Streuobstwiesen oder am Straßenrand oft die Bäume unter der Last der Früchte. Einfach nachfragen, wem sie gehören und fragen, ob man ein paar Äpfel pflücken darf.